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1.
Der „Michel“ *) schreibt auf dieser Seite
von einem schweren Falle:
der Klage vieler kleiner Leute,
die aufgebracht sind alle.
2.
Gedrückt von großer Schuldenlast
der Staat auf Gelder lauert.
Den Steuerschraubendreher fast
ein wenig man bedauert:
3.
Mit Grabesstimme, schwarzen Brauen
sucht Theo Waigel Bares,
weit streckt er aus die Steuerklauen,
der „Steuermann des Jahres“!
4.
Das Ehrenwort der F.D.P.,
die einst dem Volk versprochen
die Soli-Senkung, hat – oweh –
der Waigel schnöd gebrochen!
5.
Sein Helfershelfer Norbert Blüm
– ‘s ist leider keine Ente! –
will unverschämt und ungestüm
den Alten an die Rente.
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6.
Auch Seehofer – beim Mundwerk groß –
Patentrezepte sucht,
geht auf die armen Kranken los,
dass mancher drüber flucht.
7.
Der dreien Vorbild, Helmut Kohl,
am sattsten ja von allen,
verlangt von seinen Bürgern wohl,
den Gürtel eng zu schnallen.
8.
Kohl selbst passt lang schon keiner mehr,
ist er doch feist unendlich;
da müssen Hosenträger her –
auf Spesen selbstverständlich!
9.
Dem „Michel“ reicht’s, das Maß ist voll,
der Beutel aber leer;
die Politik treibt’s allzu toll,
es geht bald gar nichts mehr!
10.
Ihr Leut’, macht nicht mehr mit das Spiel
und zeigt aus eurer Warte
für solchen Finanzierungsstil
die rote Steuerkarte!
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Albert H. Keil, 1997: „Theo Waigel, der Steuermann des Jahres“
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