|
A(n)steckungsg’fahr
*)
Pfälzisch (Urfassung) / Palatine (original)
Hochdeutsch / German
Sonett von Albert H. Keil
2. Preis beim Mundartdichter-Wettstreit Gonbach 1994
‘s is speet hait naacht, ball zwelfe schunn.
Die Fieß sinn mied, ich spier de Woi.
Ich setz mich in däss Haisel noi,
De letschde Bus fahrt in ‘re Stunn.
Wie stinkt der Penner do nooch Suff!
Mär leesen so ‘n soziale Fall
Mit Faierzaich un mit ‘me Knall.
Schraub endlich den Kanischder uff!
Dort vorne steht e Notrufsail! –
Schnell, ‘s brennt en Mensch in Frankedaal! –
Nä, kann nät lesche, bin in Eil!
Seit ämme Johr im Krankehaus.
Statts Ärwet Zukunft im Spiddal.
Däss sieht ganz nooch Sozialfall aus...
Ansteckungsgefahr
*)
Pfälzisch (Urfassung) / Palatine (original)
Hochdeutsch / German
Sonett von Albert H. Keil
‘s ist spät heut’ nacht, mein Fuß ist wund.
Bald zwölf Uhr schon, ich spür den Wein.
Ich setz mich in das Häuschen rein,
Der letzte Bus fährt in ‘ner Stund’.
Der Stinke-Penner kriegt eins drauf!
Wir lösen so ‘n sozialen Fall
Mit Feuerzeug und einem Knall.
Schraub endlich den Kanister auf!
Dort vorn steht eine Notrufsäule! –
Schnell, ‘s brennt ein Mensch in Frankenthal! –
Nein, kann nicht löschen, bin in Eile!
Seit einem Jahr im Krankenhaus.
Statt Arbeit Zukunft im Spital.
Das sieht ganz nach Sozialfall aus...
*)
Begebenheit vom 30./31. Juli 1993 in Frankenthal/Pfalz
Aus: Albert H. Keil: Hunde vor de Herze,
© 1997 by Verlag PfalzMundArt, Dirmstein, ISBN 3-921 395-34-8
|