Winzer suucht Fraa
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– Drei Zeidungsa(n)zeiche –
Von Albert H. Keil
4. Preis beim Mundartwettbewerb „Dannstadter Höhe“ 2010
→ Hochdeutsche Transkription
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Winzer, finfezwansich, suucht
fär de ganze Räscht vum Läwe
hibsches Mädel, gut beduucht
un was fär die Aache äwe.
Bei märr fihlscht, ich halt die Wett,
Schmädderling, riegscht Frihlingsblide!
Jung un spritzich bin ich, hett
ewich Herz un Hand se biede!
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Winzer, achdevärzich, mecht
nochemol ganz nai a(n)fange.
Bin vun Fraa un Kind ve’losse,
suuch die Äänd, wu märr ve’sprecht,
dass ‘re Zuneichung deet lange.
Ich ve’zicht uff annre Bosse!
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Winzer, neunesibbzich, groß,
suucht was Waames fär soi Bett.
G’sicht is näwesächlich, bloß:
Kalde Fieß, die liewich nät!
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© 2010 by Verlag PfalzMundArt, Dirmstein
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Winzer sucht Frau
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– Drei Zeitungsanzeigen –
Von Albert H. Keil
Hochdeutsche Transkription
→ Pfälzischer Urtext
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Winzer, fünfundzwanzig, sucht
für den ganzen Rest vom Leben
hübsches Mädchen, gut betucht
und was für die Augen eben.
Bei mir fühlst du, wie ich wette,
Schmetterling’, riechst Frühlingsblüten!
Jung und spritzig bin ich, hätte
ewig Herz und Hand zu bieten!
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Winzer, achtundvierzig, möcht’
noch einmal ganz neu anfangen.
Bin von Frau und Kind verlassen,
suche eine, die verspricht,
dass ihr Zuneigung würd’ langen.
Ich verzicht’ auf andre Possen!
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Winzer, neunundsiebzig, groß,
sucht was Warmes für sein Bett.
Aussehn nebensächlich, bloß:
Kalte Füße sind nicht nett!
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© 2010 by Verlag PfalzMundArt, Dirmstein
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